Strategiegruppe Jugendarbeitslosigkeit

Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel macht auch vor jungen Menschen nicht Halt. Viele werden dem enormen Qualifizierungsdruck des Arbeitsmarktes nicht mehr gerecht. Andere benachteiligt ihr sozioökonomischer Status und erschwert folglich ihren Zugang zum Lehrstellen- und Arbeitsmarkt. Verschärft wird das Problem zudem mit der Verknappung von Einstiegs- und Lehrberufen. Es ist eine Tatsache, dass überproportional viele Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigungslos und ohne Aufgabe sind. Sie haben das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, und verbringen ihren Alltag mit "Herumhängen“.

Die Auswertung der letzten Jahre zeigt, dass das im Jahr 2006 vom Regierungsrat geschnürte Massnahmenpaket zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zu erfolgreichen Entwicklungen führte: Die Jugendarbeitslosigkeit verringerte sich deutlich: Von 6,0 Prozent im Januar 2006 auf etwa 4,4 Prozent im März 2014. Ebenso sank die Quote der Sozialhilfe beziehenden Jugendlichen von ca. 12 Prozent auf 9 Prozent im Jahr 2013. Das Lehrstellenangebot wurde stetig ausgebaut und erreichte in den letzten drei Jahren Höchststände. Entsprechend positiv ist die Bilanz des Regierungsrates zur Tätigkeit der interdepartementalen Strategiegruppe Jugendarbeitslosigkeit. Das Mandat wurde bis 2016 verlängert.

Trotz der positiven Bilanz des bisherigen Engagements zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit bleibt nicht unerkannt, dass der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung nach wie vor heikel ist. Daher sollen die künftigen Massnahmen weiterhin an dieser Stelle ansetzen und dabei auch auf den Bedarf der Migrationsbevölkerung ausgerichtet werden. Neu enthält die Strategie auch eine eigentliche Ausbildungsoffensive für Personen im Alter von 25 bis 40 Jahren, welche heute keinen Berufsabschluss haben und von der Sozialhilfe unterstützt werden müssen: «Vom Bittgang zum Bildungsgang». Im Rahmen eines Pilotprojektes wird geprüft, inwiefern es gelingt, Personen mittels einer Nachholbildung zurück in den Arbeitsmarkt zu führen. Wer eine Ausbildung absolviert, soll künftig nicht mehr von Leistungen der Sozialhilfe, sondern von Leistungen des Bildungssystems profitieren und positive Anreize zur Aufnahme einer Berufsausbildung erfahren.

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